Keiner geht allein?

Wenn Menschen auf ihrem letzten Weg alleine sind, wenn keiner zum Grab mitgeht, niemand mitbetet, macht das nachdenklich.

Ich habe als Pastoralreferentin schon viele Menschen beerdigt. Manchmal bleiben Bilder im Kopf: Die Trauerhalle am Südfriedhof. Zwei Särge nebeneinander aufgebahrt. Blumenbuketts. Kränze. Kerzen. Musik wird eingespielt. Doch: Keiner ist da. Kein Angehöriger, kein Nachbar, kein Freund. Niemand, der das alte Ehepaar auf ihrem letzten Weg begleitet. Ich stehe allein vor dem gemeinsamen Grab. Oder ein anderes Bild: Friedhof Heiligenstock. Auf dem Grabfeld ist eine Furche gezogen. Urnen werden nebeneinander versenkt. Ich stehe alleine da und spreche ein Gebet, bevor der Bagger die Furche schließt. 


Wenn Menschen auf ihrem letzten Weg alleine sind, wenn keiner zum Grab mitgeht, niemand mitbetet, macht das nachdenklich. Jeder Mensch war Teil der Gemeinschaft, hat unter uns gelebt. Wir sind als Christenmenschen miteinander verbunden - auch über den Tod hinaus. Wir bekennen die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten. Um das sichtbar zu machen, hat die Pfarrei die Initiative „Keiner geht allein“ ins Leben gerufen. Über einen Mailverteiler werden die Mitglieder informiert, wenn die Bestattung eines Gemeindemitglieds ohne Angehörige stattfindet. Wer zum Friedhof kommen kann, kommt, andere zünden zu Hause eine Kerze an oder sprechen ein stilles Gebet. Wenn Sie mitmachen möchten, reicht eine Mail an pfarramt@sankthildegard-ffm.de. Sie können sich jederzeit wieder aus dem Mailverteiler entfernen lassen. 


Beate Buballa

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